{"id":2,"date":"2016-05-10T03:48:21","date_gmt":"2016-05-10T03:48:21","guid":{"rendered":"http:\/\/ibd-marburg.de\/?page_id=2"},"modified":"2021-02-20T16:23:10","modified_gmt":"2021-02-20T16:23:10","slug":"sample-page","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/ibd-marburg.de\/?page_id=2","title":{"rendered":"Geschichte des Instituts"},"content":{"rendered":"<p>Die Bauforschung in Marburg hat sich \u00fcber inzwischen mehr als 40 Jahre entwickelt.<\/p>\n<p>Das Jahr 1984 markiert dabei ein abgeschlossenes erstes Jahrzehnt Marburger Bauforschung und zugleich einen grundlegenden Wandel in deren organisatorischer Struktur.<\/p>\n<p>Wurden seit 1973 von heutigen Mitarbeitern des Instituts zun\u00e4chst nur bodenarch\u00e4ologische Untersuchungen im Stadtkernbereich durchgef\u00fchrt, die dabei dem fortschreitenden Ausbau der Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen und der Geb\u00e4udesanierung folgten, so stellte sich bald heraus, da\u00df die Bodenarch\u00e4ologie ohne Ber\u00fccksichtigung der aufgehenden Geb\u00e4udesubstanz auf ein wesentliches Quellenmaterial verzichten mu\u00dfte, zumal viele Funde und Befunde in ihrem Alter den noch existierenden Geb\u00e4uden gleich kamen.<\/p>\n<p>Schon 1974 wurden daher Modelle entwickelt, um arch\u00e4ologische Untersuchungsmethoden auf die H\u00e4user zu \u00fcbertragen, wobei sich schnell sowohl die in der Arch\u00e4ologie erprobten Verfahren der Freilegung von Befunden als auch deren Dokumentation als hervorragend geeignet f\u00fcr aufgehende Fachwerk- und Mauerwerkssubstanz erwiesen. Die ersten Fachwerkh\u00e4user wurden auf dieser Grundlage 1975\/76 systematisch untersucht. Dabei zeigte sich, da\u00df vom Untersuchungsgegenstand her eine interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit unumg\u00e4nglich war: Die Kombination unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen erst erm\u00f6glichte es, ein Geb\u00e4ude umfassend als historische Quelle zu erschlie\u00dfen. So gr\u00fcndeten 1976 ca. 10 junge Wissenschaftler, damals noch als Studenten, aus den Fachgebieten Arch\u00e4ologie, Kunstgeschichte, Geschichtswissenschaft, Medizingeschichte, Stadt- und Siedlungsgeographie, Volkskunde und Sozialgeschichte die \u201eMarburger Arbeitsgruppe f\u00fcr Bauforschung und Dokumentation\u201c, die im Auftrag der Stadt Marburg die sanierungsbegleitende Bauforschung durchf\u00fchrte. Organisatorisch waren damals alle Mitglieder der Arbeitsgruppe auch Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbeh\u00f6rde der Stadt, wodurch eine Bezahlung der durchgef\u00fchrten Arbeiten aus dem st\u00e4dtischen Haushalt m\u00f6glich wurde. Hinzu kamen schon bald \u00e4hnliche Untersuchungen in anderen hessischen Gemeinden im Auftrag der dortigen Sanierungs- bzw. Denkmalschutzbeh\u00f6rden und zum Teil bereits des Hessischen Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege.<\/p>\n<p>In den Jahren von 1976 bis 1985 wurden von der Arbeitsgruppe in Marburg weit \u00fcber 150 H\u00e4user untersucht und daneben viele arch\u00e4ologische Grabungen im Stadtbereich durchgef\u00fchrt. Umfangreiches Planmaterial, ein Fotoarchiv und eine Sammlung von Ausstattungsgegenst\u00e4nden aus den untersuchten Geb\u00e4uden sind materielles Resultat der Forschungen dieser Jahre. Seit 1979 wurden die Ergebnisse in Publikationen ver\u00f6ffentlicht, die zun\u00e4chst als Begleithefte zu Ausstellungen erschienen und seit 1983 in der Reihe \u201eMarburger Schriften zur Bauforschung\u201c.<\/p>\n<p>Da sich im Laufe der Zeit herausgestellt hatte, da\u00df wissenschaftlich fundierte und zugleich effiziente Bauforschung sowohl personelle, als auch organisatorische Kontinuit\u00e4t voraussetzt, entschlossen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe Ende des Jahres 1984, ihrer bis dahin eher informellen Struktur eine neue Organisationsform zu geben. Sie sollte einerseits gew\u00e4hrleisten, da\u00df die \u00fcber Jahre geschulten Mitarbeiter weiterhin zusammenarbeiten konnten, andererseits mu\u00dfte sie geeignet sein, die bisher von der Arbeitsgruppe durchgef\u00fchrten Forschungen weiterzuf\u00fchren, die Ergebnisse aufzuarbeiten und zu publizieren. Dar\u00fcber hinaus sollte ein Forum f\u00fcr den Gedankenaustausch innerhalb des noch relativ jungen Wissenschaftszweiges der Bauforschung geschaffen werden, das der Vermittlung der Forschungsergebnisse und der Verfeinerung der bauarch\u00e4ologischen Forschungsmethoden dienen konnte. Zu diesem Zweck wurde im Dezember 1984 das \u201eFreie Institut f\u00fcr Bauforschung und Dokumentation e.V. (IBD)\u201c gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Das IBD arbeitet seit Anfang des Jahres 1985 bis zur Gegenwart in der damals gew\u00e4hlten Organisationsform. Mit zeitweise mehr als 20 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen geh\u00f6rte es immer zu den gr\u00f6\u00dften Institutionen auf dem Gebiet der Bauforschung und Bauarch\u00e4ologie in Deutschland und dem angrenzenden Ausland.<\/p>\n<p>Neben dem Hauptsitz in Marburg wurde 1990 die \u201eForschungsstelle Limburg\/Lahn\u201c im Hause R\u00f6mer 2-4-6 von 1289, dem \u00e4ltesten Fachwerkhaus Hessens, in Betrieb genommen, um die Arbeiten an diesem Forschungsschwerpunkt f\u00fcr mittelalterliche Fachwerkbauten unmittelbar vor Ort dokumentieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bereits seit Ende 1989 ist das IBD \u00fcber den bisherigen T\u00e4tigkeitsbereich hinaus schwerpunktm\u00e4\u00dfig in Th\u00fcringen t\u00e4tig und ebenso seit 1990 in Sachsen-Anhalt. Hinzu kommen Untersuchungen ausgew\u00e4hlter Objekte in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen sowie dem benachbarten Ausland.<\/p>\n<p>Seit Gr\u00fcndung des Instituts 1985 sind meist im Rahmen von Sanierungsma\u00dfnahmen j\u00e4hrlich durchschnittlich ca. 50 Geb\u00e4ude und Grundst\u00fccke und damit inzwischen mehr als 1200 Objekte in vielen St\u00e4dten und Gemeinden dokumentiert und untersucht worden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Geb\u00e4udeuntersuchungen, w\u00e4hrend arch\u00e4ologische Forschungen etwa ein Drittel der Gesamtma\u00dfnahmen ausmachen.<\/p>\n<p>Auftraggeber waren und sind zumeist Untere Denkmalschutzbeh\u00f6rden und die Denkmalfachbeh\u00f6rden, aber auch freie Architekten und kommunale Bau\u00e4mter. Das Spektrum der behandelten Bauten reicht von Kirchen, Burgen und Schl\u00f6ssern bis zu B\u00fcrger- und Bauernh\u00e4usern des Mittelalters und der Neuzeit in Massivbauweise oder Fachwerk, von kleinen technischen Anlagen wie Brunnen und Pumpwerken \u00fcber M\u00fchlen und Gewerbebauten bis zu Kraftwerken und lndustrieanlagen.<\/p>\n<p>Die an einem Objekt untersuchten Bereiche umfassen dabei im Idealfall die Dokumentation und Analyse der Konstruktion, die Untersuchung der historischen Ausstattungen ebenso wie arch\u00e4ologische Ausgrabungen, und schlie\u00dfen auch die historischen Schrift- und Bildquellen mit ein. Orientiert an den Anforderungen des jeweiligen Untersuchungsobjektes und entsprechend der jeweiligen Aufgabenstellung, werden komplette, alle diese Bereiche umfassende Untersuchungen durchgef\u00fchrt, Arbeiten in abgegrenzten Teilbereichen oder auch orientierende Kurzuntersuchungen.<\/p>\n<p>Im Bereich der Dokumentation werden Inventare erarbeitet, so konnte 2008 ein Gro\u00dfinventar der rheinischen Braunkohlenindustrie abgeschlossen werden, und ist nun die Topographie \u201eMarburg I\u201c in Arbeit.<\/p>\n<p>Bei methodisch und\/oder inhaltlich besonders ertragreichen Untersuchungen wird in der Regel versucht, die Ergebnisse in angemessener Form zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Seit Gr\u00fcndung des Instituts 1985 sind meist im Rahmen von Sanierungsma\u00dfnahmen j\u00e4hrlich durchschnittlich ca. 50 Geb\u00e4ude und Grundst\u00fccke und damit inzwischen mehr als 1500 Objekte in vielen St\u00e4dten und Gemeinden dokumentiert und untersucht worden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bauforschung in Marburg hat sich \u00fcber inzwischen mehr als 40 Jahre entwickelt. Das Jahr 1984 markiert dabei ein abgeschlossenes erstes Jahrzehnt Marburger Bauforschung und zugleich einen grundlegenden Wandel in deren organisatorischer Struktur. 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